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Jürgen Kaube ist kein Lehrer oder Erziehungswissenschaftler. Aber er ist ein freier, unabhängiger Geist, ein scharfer Analytiker und nebenbei Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er deckt gnadenlos die Widersprüche und den Etikettenschwindel in unserem Bildungssystem auf. Ebenso setzt er sich kritisch mit den Thesen von Bestsellerautoren wie Bueb („Lob der Disziplin“) und Winterhoff („Warum unsere Kinder Tyrannen werden“) auseinander.

Das Buch lässt sich nicht einfach „herunterlesen“, als Leserin oder Leser ist man zum kritischen Hinterfragen aufgefordert. Immerhin gibt es hier und da ein Schmankerl: Wir haben neulich von jemandem gehört, der seinen Hund „Reform“ genannt haben soll, weil von diesem Namen die meiste Angst ausgeht.

Natürlich ist von einem Nicht-Pädagogen kaum zu erwarten, dass er jede Menge konkrete und praktikable Verbesserungsvorschläge für den täglichen Unterricht präsentiert. Aber mir gefällt, dass er die Grundlage eines guten Unterrichts kurz und klar mit „Freude, Anregung und Denken“ umreißt und darauf im Prinzip das ganze Buch aufbaut.